„Scheiße“ gespielt wurde bei den Alten Herren am vergangenen Samstag glücklicherweise erst lange nach dem Schlusspfiff: Im Besprechungsraum, bei einer Kiste Bier, mit 32 Spielkarten und dem „harten Kern“ der siegreichen SV-Mannschaft. Die Laune beim beliebten Kartenspiel war bestens, schließlich wurde Stunden zuvor das Kreispokal-Achtelfinale gegen Spiel und Sport Krefeld überdeutlich 10:1 gewonnen. Auf Asche, bei Nebel und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Man wusste wenig bis gar nichts über den Gegner aus der Nachbarschaft, gegen den man zumindest im Alt-Herren-Betrieb seit Jahren nicht gespielt hat. Einig war man sich nur, dass man die Aufgabe hoch konzentriert angehen will. Der SV drückte sofort auf die Tube, kombinierte den Gegner nach wenigen Minuten phasenweise schwindelig und erarbeitete sich Torchance um Torchance. Dem frühen Führungstor durch Thomas Wolf folgte der Konter zum 1:1, doch bis zur Halbzeit brillierten nur noch die St. Töniser: Christian Blenkers zum 2:1, dann Henrik Ahl, wieder Blenkers und erneut Wolf zum 5:1-Pausenstand. Ein Tor schöner als das andere, weil es nicht aus irgendwelchen Einzelaktionen heraus entstand, sondern jeweils Ergebnis von tollen Kombinationen war. Offenbar erinnerte der harte Aschenboden an den gewohnten Hallenboden – dat Bälleken lief. Nach der Pause änderte sich nichts, die Gäste ergaben sich mit zunehmender Spieldauer und mussten wohl auch der Tatsache Tribut zollen, eine im Schnitt rund zehn Jahre ältere Mannschaft auf dem Platz stehen zu haben. Kai Petrick erhöhte kurz nach Wiederanpfiff auf 6:1, erneut Wolf und Aleco Antoniadis stellten auf 8:1. Alles nur Vorgeplänkel und nichts gegen das, was Lothar Olimski veranstaltete: Der eingewechselte Schalker Rammbock im Sturm tankte sich gegen seinen Gegenspieler durch und hob den Ball mit ganz feiner Klinge über den gegnerischen Keeper ins Netz – Chapeau! Dem ebenfalls eingewechselten Sven Marquardt war es vorbehalten, das zehnte Tor zu erzielen. Der SV darf sich dank eines tollen Sieges über den Einzug ins Viertelfinale freuen.

Kohtes – Loschelders, M. Lessenich, Klücken – Antoniadis, Schänzer, Blenkers, Börger – Ahl – Wolf, Petrick. Eingewechselt: Marquardt, Siepmann, Olimski.